Grüne Immobilien erhöhen Renditen

Ob man nun auf der Suche nach einem Eigenheim ist oder in Immobilien investieren will, es gelten neue Grundsätze. Neben den drei wichtigen Punkten der Lage, der Lage und der Lage entscheidet künftig auch die Energieeffizienz eines Gebäudes, ob dieses attraktive Renditen abwirft. Das ist insbesondere für geschlossene Immobilienfonds interessant, in die auch viele Privatanleger einen Teil ihres Geldes investieren.

Insbesondere bei den Gewerbeimmobilien ist das Green Building, das nach den amerikanischen LEED Standards und dem deutschen Siegel der DGNB festgelegt wird, interessant. Die beiden Standard-Verfahren konnten bereits 100 Bürogebäude in Deutschland als Green Building bezeichnen, der Trend wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken.

 

Umweltfreundlichkeit bei Gewerbeimmobilien

Insbesondere ältere Bürogebäude sehen sich nach Expertenmeinung einem stetig steigenden Wettbewerb gegenüber. Sie können oftmals aufgrund der fehlenden Sanierungsmaßnahmen nicht mehr am Markt bestehen. Selbst gut ausgestattete Immobilien verlieren, wenn sie nicht die aktuellen Qualitätsstandards hinsichtlich Umweltschutz und Energieeffizienz erfüllen. So wird es schwieriger, nach dem Auslaufen des Mietvertrags neue Mieter zu finden oder die Immobilie aus dem geschlossenen Immobilienfonds am Ende der Laufzeit zu veräußern.

Wenigstens eine gute Dämmung, die Energiegewinnung mittels Solarzellen und Erdwärme, eine moderne Klima- und Kühltechnologie oder ein Beleuchtungssystem nach neuesten Standards müssen wettbewerbsfähige Immobilien aufweisen. Die richtige Dämmung hat in den vergangenen Jahren zu einer Senkung des Heizenergiebedarfs von 157 Kilowattstunden pro Quadratmeter auf 141 Kilowattstunden pro Quadratmeter geführt. Das ist auch für angehende Mieter der Büroimmobilie ein wichtiger Faktor.

Warum Green Buildings für Gewerbetreibende so wichtig sind

Die Green Buildings erfreuen sich auch bei den gewerblichen Mietern einer wachsenden Beliebtheit. Zum Einen wissen sie natürlich den Kostenvorteil zu schätzen, der durch eine moderne Sanierung entsteht. Zum Anderen setzen immer mehr Gewerbetreibende aber genauso aus Imagegründen auf Green Buildings, können sie doch durch den Einzug in ein solches Gebäude sogar ihre Kunden davon überzeugen, dass sie dem Umweltgedanken Rechnung tragen.

Für die Vermieter ergibt sich mit einer solchen Immobilie natürlich ebenfalls ein immenser Vorteil: So können höhere Nettomieten durchgesetzt werden. Durch die geringeren Nebenkosten kann man trotzdem marktfähig bleiben, da die Gesamtkosten im Gegensatz zum Wettbewerb nicht höher ausfallen. Auch bei einem späteren Verkauf sind grüne Immobilien deutlich höherpreisig an den Mann zu bringen.

In Zukunft wird es also nicht mehr ausreichen, hin und wieder einen neuen Anstrich am Gebäude vorzunehmen, Büros und Lobbys mit neuem Teppichboden oder Parkett zu versehen. Vielmehr geht es den Mietern auch immer mehr darum, dass die Immobilien energetisch auf den neuesten Standards sind.

 

Fonds schneiden laut Real Invest schlecht ab

Das Unternehmen Real Invest befasste sich ebenfalls mit der Thematik und überprüfte die mehr als 400 geschlossenen Immobilienfonds nach 50 Kriterien, die unter anderem den Ertrag und das Renditepotenzial der Fonds darstellen sollten. Dabei stellte sich heraus, dass zahlreiche der Fonds gar keine Rücklagen für eine energetische Sanierung der bestehenden Gebäude gebildet hatten oder diese deutlich zu niedrig ausgefallen sind.

Zwar bleiben auch weiterhin Fragen nach der Bonität der Mieter, nach der Lage und der Mietertragsperspektive wichtig, doch die Bedeutung der soliden Sanierungskalkulation wird für die Bewertung der Erträge künftig stark zunehmen. Am Ende der Mietlaufzeit eines Gebäudes sollte der Fonds wenigstens zwei bis drei Jahresmieten als Sanierungsrücklage gebildet haben. Das ist abhängig von Alter und Lage, aber gleichfalls Substanz der betreffenden Immobilie. Fonds, die eine solche Rücklage nicht gebildet haben, werden in Zukunft ihre Ertragsprognosen kaum mehr erfüllen können. Anleger sollten deshalb schon heute darauf achten, dass geschlossene Immobilienfonds einerseits von vornherein auf Green Buildings setzen, diese andererseits aber auch vor dem endgültigen Verkauf noch einmal grundlegend sanieren, damit sich ein guter Verkaufspreis erzielen lässt. Nur so kann gewährleistet werden, dass attraktive Renditen entstehen. Denn bereits in wenigen Jahren sehen sich selbst neu gebaute Immobilien einer völlig anderen Marktsituation gegenüber.