Geld sparen in der PKV
Öffentlich sehr heftig diskutiert werden die Gesundheitsreformen. Immer höhere Beiträge, stetig sinkende Leistungen, das ist der Ruf, der durch die Gesellschaft geht. Da kann sich glücklich schätzen, wer privat abgesichert ist, heißt es vielfach. Doch auch Privatpatienten müssen sich oft genug über ihre Krankenversicherung ärgern. Wenigstens einmal pro Jahr erhalten sie von dieser nämlich Post, die alles andere als angenehm ist. Darin enthalten sind Informationen über Beitragsanpassungen, sie fallen mal höher, mal niedriger aus, steigen aber fast immer.
Nun stellt sich für viele Privatpatienten die Frage, ob der Wechsel zu einer anderen Gesellschaft nicht die beste Möglichkeit ist. Genug versprochen wird ihnen allemal, denn mindestens zwei bis drei Anrufe pro Jahr erhalten die Privatpatienten, in denen ihnen andere Versicherungen schmackhaft gemacht werden sollen. Allerdings birgt der Wechsel der Gesellschaft auch enorme Risiken.
Wechsel innerhalb der Gesellschaft ist ebenfalls möglich
Für alle Privatpatienten, die bereits seit fünf bis sieben Jahren bei ihrem Versicherer abgesichert sind, lohnt sich der Wechsel zu einer anderen Gesellschaft kaum. Vielfach verlieren sie dabei nicht nur Alterungsrückstellungen, sondern müssen auch eine erneute Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen. Bestehen sie diese nicht, können sie vom neuen Versicherer abgelehnt werden oder es müssen Risikozuschläge gezahlt werden.
Besser ist es deshalb, sich nach günstigeren Tarifen in der eigenen Versicherung umzusehen. Hier versuchen die Versicherungsvertreter zwar mit allen Mitteln, die Kunden vom Wechsel abzuhalten, doch sollte man die oft falschen Aussagen nicht zu ernst nehmen.
So soll man vom Wechsel abgehalten werden
So gibt es oft Aussagen, wie die, dass ein Tarif nur für Neukunden offen sei, dass die Tarife nur für bestimmte Altersgruppen gelten würden oder dass erst eine Gesundheitsprüfung durchgeführt werden müsse. Das stimmt so allerdings keinesfalls. Der Rechtsanspruch auf einen Tarifwechsel innerhalb der eigenen Versicherungsgesellschaft besteht für jeden Versicherten. Da es sich um einen Rechtsanspruch handelt, können die Versicherer gegen den Wechselwunsch ihrer Patienten also nichts tun.
Fakt ist, dass der Wechsel in einen Tarif mit weniger Leistungen jederzeit problemlos möglich ist. Wer ein Mehr an Leistungen im neuen Tarif erhalten würde, muss sich allerdings mit einer Gesundheitsprüfung oder Risikozuschlägen einverstanden erklären. Diese Prüfung bzw. Zuschläge dürfen aber lediglich für die Mehrleistungen erhoben werden. An einem Beispiel lässt sich das Ganze am besten verdeutlichen: Der bisherige Tarif sieht eine Selbstbeteiligung von 400 Euro vor. Der neue und günstigere Tarif dagegen wirbt mit einer Selbstbeteiligung von 800 Euro. Der Versicherte kann ohne Gesundheitsprüfung und Zuschläge wechseln, da sich die Leistungen verringern. Wird allerdings keine Selbstbeteiligung mehr verlangt, darf der Versicherer hierfür einen Risikozuschlag oder eine Gesundheitsprüfung verlangen.
Prüfungen sind notwendig
Vielfach kommen privat Versicherte auch auf die Idee, dass sie einfach in den Basistarif wechseln könnten. Dieser lockt mit geringen Kosten, ist aber mit ebenso geringen Leistungen versehen. Deshalb raten Experten von dieser Wahl immer wieder ab, zumal es auch andere Tarife gibt, die gute Leistungen zu fairen Preisen bieten. Allerdings müssen diese genau überprüft werden, denn vielfach steckt der Teufel auch hier im Detail.
Ideal ist es, wenn der Versicherer eine Auflistung der bisherigen und künftigen Leistungen bietet, die einander direkt gegenüber gestellt werden. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Es kann gut möglich sein, dass im bisherigen Tarif nur ein Teil der Kosten für Sehhilfen gezahlt wurden, im neuen die Sehhilfen komplett bezahlt werden. Das scheint auf den ersten Blick eine Verbesserung, dennoch sollten sich Verbraucher davon nicht blenden lassen. Oftmals sind solche verbesserten Leistungen nämlich mit starken Einschränkungen, wie Wartezeiten oder einer Kostenbegrenzung versehen. Hier muss ein Blick ins Kleingedruckte und die individuellen Vertragsbedingungen geworfen werden, um ganz sicher zu gehen.
Professionelle Hilfe nutzen?
Natürlich kann der Tarifwechsel problemlos alleine durchgeführt werden. Aufgrund der Vielzahl der Tarife und der ebenso vielfältigen Details, die unterschiedlich sind, fällt es dem Laien jedoch schwer, hier den Überblick zu behalten. Deshalb kann es ratsam sein, einen unabhängigen Berater einzuschalten. Er kann den tatsächlich günstigsten Tarif ermitteln, kostet allerdings auch Geld. So werden entweder Stundenpreise für den Berater vereinbart oder es kommt zu einer Kostenberechnung anhand der erzielten Einsparungen. Diese Investition lohnt sich aber allemal, wird sie durch die Einsparungen doch recht schnell wieder eingespielt.
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