Daimler investiert

Erste vorsichtige Einschätzungen zeigen zwar eine Verbesserung der allgemeinen Wirtschaftslage, doch die Angst vor einer erneuten Rezension besteht nach wie vor bei den Unternehmen. Eine Ausnahme macht hierbei der Daimler-Konzern, der ein positives Zeichen setzt.

Trotz der schlechten wirtschaftlichen Prognosen, die Experten in diesen Tagen aufstellen, sowie der allgemeinen Schuldenkrise so mancher europäischer Länder, hat sich Daimler entschlossen, in den Heimatstandort zu investieren, und das nicht zu knapp.

Stuttgart-Untertürkheim bekommt Milliarden

Am 25.11.2011 gab Daimler bekannt, dass in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt 1,7 Milliarden Euro in den Um- und Ausbau des Firmenstandorts in Stuttgart-Untertürkheim fließen sollen. Die weltweiten Investitionsplanungen für die beiden Jahre des Konzerns stellten das Budget zur Verfügung. Darin enthalten sind Investitionsvorhaben im Wert von mehr als zehn Milliarden Euro.

Nicht zuletzt aufgrund der aktuell sehr guten Auftragslage sieht Daimler sich in der Lage, entsprechende Investitionen durchzuführen. Insbesondere in die Produktion der Aggregate sollen die Investitionsmittel fließen. Ziel ist es, glaubt man den Unternehmensangaben, dass die Produktion aufgerüstet und fit für die Zukunft gemacht werden soll. So zumindest äußerte sich der Produktionsvorstand von Mercedes, Wolfgang Bernhard. Daimler und Mercedes haben schon seit längerem bekannt gegeben, dass sie bis zum Jahr 2020 planen, der größte und führende Hersteller im Premium-Bereich zu sein. Das soll nicht nur in den Produktionskapazitäten so sein, sondern natürlich ebenfalls bei den Absatzzahlen.

Neue Technologien werden angestrebt

Neben dem Ausbau der Aggregate-Produktion sollen die Investitionen auch in Umbauten und Ausbauten des Firmenstandortes, sowie in neue Fertigungstechnologien fließen. Diese sollen vorwiegend in den Bereichen Achsenproduktion, Getriebeproduktion und Motorenproduktion angesiedelt werden. Dafür wurden alleine 2011 schon 670 Millionen Euro investiert, im kommenden Jahr sieht man noch einmal Investitionen in Höhe von 980 Millionen Euro vor. Insbesondere die Kompaktwagenproduktion soll mit den neuen Fertigungstechnologien vorangetrieben werden.

Fakten zum Stammwerk

Im Stuttgarter Stammwerk arbeiten derzeit insgesamt mehr als 17.000 Mitarbeiter, die sowohl in der Produktion, als auch in der Verwaltung beschäftigt werden. Sie verteilen sich auf die verschiedenen Betriebsteile, die dem Stammwerk zugeschrieben werden. Insgesamt 600 neue Stellen wurden dabei aufgrund der guten Konjunktur und Auftragslage alleine in 2011 geschaffen.

Auch die Börsianer freut es, von den neuerlichen Investitionen zu hören. So konnten die Aktien von Daimler um 1,19 Prozent auf 29,79 Euro zulegen. Im Gegensatz dazu steht Volkswagen Vz. Als Konkurrent, dessen Kurs um 0,93 Prozent sank. Obwohl Daimler in den vergangenen Monaten erhebliche Einbußen und Kursverluste hinnehmen musste, scheint der Kurs langsam wieder nach oben zu gehen.

Schwierigkeiten könnten den Konzern allerdings noch erwarten, wenn die ersten Reaktionen auf das Aus der Luxusmarke Maybach kommen. Denn dieser ist mittlerweile beschlossene Sache. Einen Nachfolger für den aktuellen Maybach zu produzieren und entwickeln, lohne sich derzeit nicht, heißt es aus dem Vorstand. Stattdessen wolle man sich auf die Kernmarke Mercedes-Benz konzentrieren und der Maybach werde spätestens 2013, wenn die neue S-Klasse auf den Markt kommt, nicht mehr vom Band rollen.

Obwohl schon länger über das Aus des Maybach als Marke diskutiert wurde, die erst 2002 wieder belebt wurde, wird es erst jetzt ernst. Dies erfuhren auch die Mitarbeiter des Daimler-Konzerns erst kürzlich durch einen Brief vom Vorstand. Die Wiederbelebung von Maybach sei unterm Strich ein reines Verlustgeschäft für Daimler gewesen. Die Mitarbeiter müssten sich aber dennoch keine Sorgen um ihre Zukunft machen, heißt es weiter. Schließlich benötige man ihr Know-How im Luxus-Segment für den Ausbau der Mercedes-Benz S-Klasse, die künftig schrittweise um drei zusätzliche Modelle erweitert werden soll. Davon verspricht sich der Konzern massive Absatzzuwächse im fünfstelligen Bereich, wie der Vorstand von Daimler vor kurzem der FAZ gegenüber äußerte. Grund für die Neuausrichtung seien die schlechten Zahlen des Maybach, sowie die Furcht, dass die Konkurrenz dem Konzern den Schneid abkaufen könne.